Nominierungen + Jury 2012

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Nominierungen 2012

Eda Zari & Hayden Chisholm

Eda-ZariKeine eigentliche Band, wohl aber ein außergewöhnliches Duo-Projekt, das musikalisch trefflicher nicht für den multikulturellen Jazzpreis passen könnte: eine albanische Sängerin und ein neuseeländischer Saxophonist, beide seit langem in Köln residierend, nehmen sich improvisatorisch auf das Äußerste reduziert z.B. jüdischer Tradition an (A Yiddishe Mama). In dieser Konstellation ist viel Entwicklungspotential zu spüren. Der Preis könnte da initial förderlich sein.

www.eda-zari.com

 


Diazpora

diazpora_picture1Diese 8-köpfige Formation aus Hamburg besteht seit 2004, und vermengt Jazz mit groovigem Funk & Soul (Bläser, aber keine Bigband). Die Jungs begeistern mit ihrer improvisierten Spielfreude nebst auf CD sehr regelmäßig auch live auf Jazzfestivals und in Clubs, gerne in Verbindung mit Gastvokalisten wie dem gebürtigen (nun in HH lebenden) Jamaikaner Ray Darwin (Reggae) oder Jim Pansen. Die Band hat ein klares Image, ist durch ansprechende Musikvideos und Facebookseite nicht nur für Fans, sondern auch für Medienpartner (Presse/Radio/TV) interessant und „hip“, und hätte daher beste Chancen durch den Jazzpreis größere Bekanntheit zu erlangen. Die neue Scheibe ist rein instrumental, live aufgenommen, und erinnert in an Blaxploitation-Soundtrack der 70-er Jahre.

www.diazpora.de
www.facebook.com/diazpora


Klare / Bektas / Ak

Klare_EktasDie türkische Bevölkerung ist in Deutschland (auch in Bremen z.B.) stark vertreten – türkische Musik hingegen ist eher wenig bekannt oder gar populär. Das Trio “Klare / Bektas / Ak” lernte sich 2003 in dem Projekt “Halbmond und Stern” kennen. Saxofonist/Flötist Jan Klare und Oudspieler Ahmet Bektas (Ud = türkische Laute) hatten schon in der Gruppe “Common Language” des US- Multiinstrumentalisten Brad Catler zusammen gearbeitet, Perkussionist Fethi Ak und Klare waren seit 1999 Mitglieder der Formation Mediterranean Brass Ban. Ab 2006 beschloss man regelmäßig als Trio zusammen aufzutreten. Das Repertoire bestand zunächst aus Bearbeitungen türkischer traditioneller Tänze, später nahm man Eigenkompositionen von Bektas und Klare dazu. Die Publikumsresonanz war immer äußerst enthusiastisch, Die Kombination aus Jazzelementen, türkischer Musik und Improvisation, sehr virtuos dargeboten, erwies sich als sehr einladend und packend für den Zuhörer. 2012 erschien eine neue CD.

Diese Formation muss bezüglich Image/Präsenz im Netz noch Vieles dazulernen, aber gerade solche – sehr stark ethnisch ausgerichtete – Jazzmusik findet natürlich auch bei den Medien (noch) keine große Unterstützung (es gab aber z.B. zum neuen Album „Klare-Bektas-Ak eine sehr wohlwollende Jazzpodium Rezi)

www.janklare.de


LebiDerya

LebideryaEine Beschreibung der Band LebiDerya schreit förmlich danach, sie mit den gängigen Klischees zu befüllen: „Okzident trifft Orient“ oder „der Kuss zweier musikalischer Welten“ wären dann wohl die treffenden Bilder. Und tatsächlich: Die türkisch-deutsche Band paart die Rhythmen und Melodien des Nahes Ostens mit der freien Improvisation wie es nur wenigen anderen gelingt. Das mag sicherlich auch an ihrer Heimatstadt Mannheim liegen. Die ist bunt, multikulturell und spannend. So wie eben auch die Musik von LebiDerya. LebiDerya praktiziert auf sensible Weise musikalische Integration auf hohem Niveau und auf der Basis gegenseitiger Toleranz und Wertschätzung. Musiker aus Deutschland zum Teil mit zum Teil ohne „Migrationshintergrund“ orientieren sich nicht nur auf den Orient sondern finden gänzlich unverbraucht zu eigensinniger Kommunikation zwischen den Kulturen. Gleichwohl ist die Orientalische Musikschule Mannheim (OMM) eine wesentliche Basis für dieses langfristig angelegte Bandprojekt.

www.ensemblelebiderya.de


T.L. Mazumdar Trio

TL_Mazumdar„experimental electronic Jazz“ ist die wohl am nächsten liegende Bezeichnung, will man das T.L. Mazumdar Trio nur annähernd musikalisch umschreiben. Dabei ist es viel mehr als das: Tief verankert in seinen musikalischen Wurzeln erschaffen der indische Keyboarder Mazumdar und seine beiden deutschen Bandkollegen neue Klangwelten, irgendwo zwischen allen musikalischen Grenzen und klassischen Songstrukturen. Musikalische Grenzgänger würde man wohl sagen. Und Der Weg ist das Ziel. Das klingt mitunter überraschend, vor allem aber unerhört gut.

www.findtl.com


Yelena K & the Love Trio

Foto: Matthias Fluhrer

Foto: Matthias Fluhrer

Yelena ist vor ein paar Jahren aus Serbien nach Deutschland eingewandert und ihre Wurzeln sind deutlich zu hören. Ich finde es aber erfrischend, daß sie sich nicht auf diese Wurzeln beschränkt, sondern sich bei vielen musikalischen Stilrichtungen bedient und macht, was ihr gefällt.Yelena hat eine starke Bühnenpräsenz und geht gern eigenwillige Wege.

 

 


Defne Sahin Group

DefneSahinDefne Sahin, in Berlin geboren und aufgewachsen, verkörpert die poly-kulturelle Offenheit der Weltstadt Berlin auf der einen und des Jazz auf der anderen Seite. Ihre Kompositionen haben Bezug zum Liedgut und der Literatur des Herkunftslandes ihrer Eltern, der Türkei, gleichzeitig bedient ihre Musik und ihr Gesang nicht orientalische Klischees, sondern folgt in Harmonie und Phrasierung der großen afro-amerikanischen Jazztradition. Zu ihrer Band gehören Pianist Elias Stemeseder aus Österreich, der Schweizer Bassist Simon Quinn und Martin Krümmling am Schlagzeug.

www.defnesahin.com


Nicolas Simion / Florian Weber / Fausto Beccalossi

Foto: Christoph Giese

Foto: Christoph Giese

Saxofonist und Klarinettist Nicolas Simion ist gebürtiger Rumäne, der Ende 1988 aus seiner damals noch kommunistisch geführten Heimat über Polen und Ungarn nach Wien geflüchtet ist und seit 1999 in Köln lebt. War Simion vorher ein „lupenreiner“ Jazzsaxofonist, so änderte sich seine Musik in der „Emigration“. Er begann, die Folklore seiner Heimat und des Balkan (plus der Musik moderner Komponisten wie Bartok) in seine Kompositionen einzubauen, ohne dass der Spirit des Jazz verloren ging. Auf dem Album „Magic Drops“ (7Dreams/NRW) stehen die verschiedenen „musikkulturellen“ Welten gleichberechtigt nebeneinander und mischen sich im Spiel des Trios zu einer gleichermaßen schlichten wie komplexen, auch improvisierten Kammermusik.

www.nicolassimion.com


Berlansky

BerlanskyDie in Neuss als Tochter ungarischer Eltern geborene Sängerin Esther Berlansky hat in Amsterdam Jazz-Gesang und in Essen Jazz-Komposition studiert. Seit geraumer Zeit hat sie die „Volksmusik“ ihrer „imaginären“ Heimat Ungarn kennen gelernt und begonnen, diese mit ihrem Quartett zu verarbeiten. Dabei greift sie für „in between“ (JazzSick/in-akusitk) z.B. auf die komplexe Harmonik zeitgenössischer E-Musik ebenso zu wie sie die Rhythmik und den Improvisationsgestus des modernen Jazz in die Folklorevorlagen aus Ungarn integriert. Vor allem die Kombination ihrer klaren Sopranstimme mit der kühlen Klangfarbe des Vibrafons sorgt für ein ungewöhnliches Soundspektrum.

www.esther-berlansky.de


Terrence Ngassa „Planet Constellation“

NgassaTerence Ngassas „Planet Constellation“ ist eine gelungene Synthese der traditionellen Musik seines Heimatlandes Kamerun, Afropop-Einflüssen im Stile Fela Kutis und eines akademisch geschulten Jazz-Backgrounds. Der Trompeter, der an der Musikhochschule in Köln u.a. bei Manfred Schoof studierte, schreibt Stücke, meist basierend auf eingängigen Melodien oder rhythmischen Phrasen, die immer auch dynamisch reduzierte und fragile Improvisationen zulassen. Zu seiner aktuellen Band gehören u.a. Laia Genc (p), François De Ribaupierre (sax,cl), Phillip Mathias Kaufmann (cello), Daniel Speer (b), Volker Reichling (dr), Nana Ansong (perc) und Carole Bakotto (voc)

www.ngassa.com


Les Brünettes

BrunettesSehr gutes Gesamtkonzept, bereits Plattenvertrag, hohes Eigenengagement, super Teamwork. Unterschiedlichste ethnische Einflüsse durch die Zusammensetzung. Deutschland, Schweiz, Frankreich. Gute musikalische Perspektive, sehr authentisch, außergewöhnlich gute künstlerische Ausstattung.

www.lesbrünettes.de

 

 


Tobias Christl: Wildern

Tobias-Christl-liveTobias Christl hat die wunderbare Gabe die unterschiedlichsten Spielformen des Jazz überzeugend_und klar darzubieten. _Er ist ein urbaner Musikant und Sänger der sich in allen Musikkulturen auf die Suche macht und sich nicht in einem Segment versteckt, sonder viel Segmente entdecken will. Er hat eine sehr gute Webpräsenz und ist dazu ein offener, kritikfähiger Geist, mit einer feinen und natürlichen Bühnenpräsenz. Für seine Band spricht auch die rhythmische Vielfalt mit der agiert wird. Es wird stets auf hohem Niveau interagiert und zielsicher rhythmisch interpretiert, das verdankt die Band unter anderem dem holländischen Schlagzeuger.

www.tobias-christl.de/projekte/


Masaa

Masaa_PressebildEine sehr gelungene Synthese aus libanesischem Gesang und einem im weitesten Sinne vom Jazz inspiriertem Spiel. Besonders bemerkenswert erscheint, dass die lyrischen Texte auch improvisiert werden, was zu einer spannenden Korrespondenz zu den improvisierten Instrumentalpassagen führt

www.masaa-music.de


Alchemy Reload Project

group-dummywww.alchemyreload.de

 

 

 

 


Tab Two

TabTwo2Eine bereits sehr bekannte Formation mit neuem Ansatz elektronisch / akustisch, mit Gastmusikern, neues Album in 2012: Two thumbs up

www.tabtwo.eu

2016