Preis 2012

Bremer Jazzpreis 2012

Deutschland ist ein Einwandererland, in dem sich eine große Bandbreite von musikalischen Einflüssen aus zahlreichen Ländern wiederfindet. Dieses vielfältige kulturelle Spektrum – insbesondere auf dem Gebiet des Jazz – wollen wir einem breiteren Publikum zugänglich und erlebbar machen. Aus diesem Grunde verleiht der „Freundes- und Förderkreis des Jazz in Bremen e.V.“ den


 

Bremer Jazzpreis im Jahr 2012 in der Kategorie
„Jazz mit ethnischen Einflüssen“

Im Zusammenwirken unterschiedlicher Kulturen eröffnen sich neue musikalische Horizonte. Schon seit jeher trafen im Jazz die Kulturen aufeinander – haben sich vermischt, verbunden oder neue musikalische Ideen geprägt. Das ist uns nicht immer bewusst, wenn wir Jazz-Musik hören oder über Jazz sprechen. Mit dem Bremer Jazzpreis 2012 wollen wir an diese Einzigartigkeit aktuell anknüpfen und auf die integrative, Kulturen verbindende Kraft dieser Musik aufmerksam machen.
Der Bremer Jazzpreis verfolgt neben dem künstlerischen ein dezidiert gesellschaftliches Anliegen. Er will erfahrbar machen, welcher kulturelle Reichtum sich durch unterschiedliche musikalische Hintergründe und Herkünfte entfalten kann. Er will verdeutlichen, wie Integration praktisch aussieht.
Ausgezeichnet werden soll deshalb eine Band, die im künstlerischen Zusammenwirken von deutschen Musikern und Musikern mit Migrationshintergrund oder Musikern, die in anderen Ländern heimisch sind, zum Ausdruck bringt, dass kulturelle Vielfalt ein großer Gewinn ist – im musikalischen wie auch im gesellschaftlichen Sinne.
Maßgebliche Kriterien für die Vergabe des Preises sind neben einer hohen musikalischen Qualität explizit alles, was heute zu einer nachhaltig erfolgreichen musikalischen Karriere gehört: Live Performance, Bühnenpräsenz, Band-Konzept und Image. Die Kraft des Jazz, sich immer wieder neu zu erfinden, soll nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar und spürbar werden. Jazz-Musiker, die sich diesem Anspruch öffnen, werden nicht nur neue Fans gewinnen, sondern auch von ihrer Kunst leben können.
Für den Bremer Jazzpreis 2012 werden 10 namhafte Juroren 20 Bands nominieren, die ethnische Einflüsse im verwendeten Tonmaterial, im Rhythmus, in der Komposition, der Instrumentierung oder auch in ihrer Zusammensetzung künstlerisch anspruchsvoll verarbeiten.
Aus den 20 nominierten Bands wählt jeder Juror nach vorgegebenen Kriterien seine 5 Favoriten aus. Die 3 Spitzenreiter werden als Finalisten zu einem Live-Konzert am 28.9.2012 ins „Fritz“, einem Bremer Club, eingeladen. Dort präsentieren sie sich dem Publikum und einer 5-köpfigen Live-Jury unter dem Vorsitz von Julia Hülsmann. Im Focus der Bewertung steht das „Gesamtkunstwerk“, d.h. die Umsetzung verschiedener ethnischer Einflüsse in musikalische Qualität, instrumentale Fähigkeiten und live-performance. Neu wird sein, dass 50 Gäste mit einem elektronischen voting-pad als Publikumsjuroren die Bands ebenfalls bewerten können.
Das Preisgeld soll dazu verwendet werden, der ausgezeichneten Band einen nächsten Karriereschritt zu ermöglichen. Dies können eine CD-Produktion, aber auch eine Konzerttour oder Marketingmaßnahmen sein. Mit dem Preisgeld wird ein Coaching-Paket verbunden sein. Das Coaching soll von einem Team aus erfahrenen Akteuren der Musikbranche umgesetzt werden und die Preisträger auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft begleiten.

Bremer Jazzpreis 2012 geht an MASAA

Konzert der Finalisten begeistert Live-Jury und Publikum

Foto: Gaby Ahnert

Foto: Gaby Ahnert

Beste Stimmung und musikalisch überzeugende Finalisten erlebte das Bremer Publikum beim gestrigen Konzert anlässlich der Verleihung des Bremer Jazzpreises. Erstmalig verlieh der Verein Freundes- und Förderkreis des Jazz in Bremen e.V. im mit 280 Gästen voll besetzten Bremer Club „Fritz“ den mit 10.000 Euro dotierten Preis für Jazz mit ethnischen Einflüssen. Beim entscheidenden Konzert begeisterten alle drei Finalisten-Bands sowohl das anwesende Publikum als auch die fünf Live-Juroren unter dem Vorsitz der Jazzpianistin Julia Hülsmann. „Ich bin begeistert vom enormen Niveau dieser rundum gelungenen Veranstaltung. Alle drei Bands haben mich mit ihrer Musik in andere Welten entführt“, würdigte die Jurorin die Qualität der Finalisten und die Arbeit des Organisationsteams.
Vor ausverkauftem Haus präsentierten die Band LebiDerya, das Duo-Projekt Eda Zari & Hayden Chisholm sowie das Jazz-Quartett Masaa eine spannende Bandbreite an musikalischen Einflüssen und kulturellen Traditionen. 
Bevor sich die Finalisten der Jury und ihrem Publikum stellten, begrüßte Bürgermeisterin Karoline Linnert Musiker und Gäste auf sympathische Weise. Sie lobte das ehrenamtliche Bürgerengagement des Vereins, der mit diesem Preis musikalisches Niveau, kulturelle Vielfalt und künstlerische Professionalisierung fördert.

2016